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Dezember 26, 2016

Riding Mountain – Fast

Moin!

Ich hoffe ihr hattet alle ein paar schöne, mehr oder weniger entspannte und mit viel Essen gefüllte Feiertage. Da wir Freiwillige in unserem Haus auch ein paar Tage frei bekommen haben, entschieden wir uns spontan zu dem nahe gelegenen Riding Mountain Nationalpark zu fahren. Jonathans Chef hat uns einfach so sein Auto geliehen, und eine günstige Unterkunft war schnell gebucht. Wir waren alle Feuer und Flamme in den freien Tagen endlich mal aus der Stadt raus zu kommen und mal wieder ein bisschen Natur in Kanada zu leben. Da Riding Mountain wunderschön sein soll, für Manitoba ein echter Berg ist (400m!) und mit 4 Stunden Entfernung auch ziemlich nah ist, war eigentlich alles perfekt. Eigentlich.

Freitags fing dann die Wettervorhersage zu wechseln und plötzlich war ein großer Schneesturm angekündigt. Dieser wurde mit jeder Stunde immer stärker prophezeit, sollte jedoch aber nur in der Nacht von Montag auf Dienstag wüten. Wir waren aber so aufgeregt endlich mal raus zu kommen, dass wir den Trip auf keinen Fall abblasen wollten. Also gab uns ein Mitglied aus dem Komitee ein Notfallpaket mit GPS, zwei größeren Schippen, etwas Proviant, Decken und sogar Leuchtraketen mit, für den Fall dass wir mitten auf dem Highway stecken bleiben. Das gefährlichste was man dann nämlich machen kann ist auszusteigen.

Sonntag morgens sind wir dann extra früh aufgestanden, um 7 gings los und wir fahren echt extrem froh im Auto zu sitzen und ein bisschen Roadtrip-Feeling schnuppern zu dürfen. Obwohl unser ziel 4 Stunden entfernt war sah unsere Route sah aus, kein Witz, genau so, von unserem Haus bis zum Motel: Links abbiegen, 2. rechts abbiegen, 3. links abbiegen, geradeaus undAnkunft in 380km. War also nicht so schwer zu merken. Mit jedem Kilometer mit dem wir Riding Mountain aber näher kamen, wurde die Sicht schlechter, von dem Sonnenschein der für den Tag angekündigt war nichts zu sehen.  Die letzten 20km waren dann bei 30km/h und 10m Sicht etwas langsam und stressend für den Fahrer.

Im Motel angekommen haben wir dann nochmal die Wettervorhersage gecheckt, und mit 2 angestellten gesprochen und haben gemerkt, wir müssen schnell handeln. Da der Sturm länger als erwartet bleiben würde, nämlich die nächsten 36 Stunden, gab es für uns keine Chance in den Park zu fahren, da wir Dienstag morgen wieder los müssten damit das Auto wieder mittags bei seinem Besitzer ist. Jetzt war noch die letzte Möglichkeit einigermaßen Sicher nach Winnipeg zu fahren, bevor bald der Highway wegen des Schneefalls geschlossen wird. Also wieder ab ins Auto, diesmal durfte ich fahren, was meine Laune erheblich angehoben hat, da das Auto ein Schaltwagen und keine langweilige Automatikkarre war. Die Rückfahrt war dann auch etwas abenteuerlich, sehr glatt und mit halb gefrorener Windschutzscheibe, aber alles ging gut. 8 Stunden fahrt für eigentlich nichts, aber irgendwie lustig und aufregend war es schon. Eins haben wir gelernt, hier MUSS man sich der Natur anpassen. Manchmal macht sie einem halt auch einen Strich durch die Rechnung, wie bei uns.

 

Naja ein bisschen deprimiert waren wir schon, als wir dann keine 10 Stunden später wieder zu Hause saßen und Winnipeg kein bisschen von einem Sturm zu spüren war. Als wir am nächsten Tag aber aufgewacht sind und aus dem Fenster geschaut haben wurde uns dann klar dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Und die Highways sind noch nicht geräumt und immer noch gesperrt, wir konnten also guten Gewissens dann die Zeit wieder zu hause geniessen.

 

Satz mit X, naja wir werden bestimmt nochmal die Chance haben in den Nationalpark zu fahren.

Viele Grüße und geniesst die letzten Tage dieses Jahres!!

 

Stefan

 

 

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