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Oktober 4, 2016

Meine Arbeit – Teil 1

Moin Moin, oder „Hi how are you?“, wie man ja hier sagt. Daran muss ich mich echt noch gewöhnen, man grüßt sich nich einfach, man fragt hier immer „how are you“ und eigentlich jeder sagt dann „great“, also ich zumindest, da mir auf die schnelle nichts einfällt.

Eigentlich ist es ja eine nette Geste, aber so wirklich ernst gemeint ist diese Frage hier selten, und dementsprechend sind auch die Antworten natürlich. Es sind also wirklich die kleinen Sachen, an die man sich hier Gewöhnen muss, die vermeintlich größeren, wie Sprache Währung, Wetter oder generell nicht von hier zu sein sind nur die kleineren Hürden. Ein weiteres kleines Beispiel ist : „Good for You“. Man erzählt etwas, freut sich dabei darüber und dann sagt jemand „Schön für dich“. Da bin ich immer etwas eingeschnappt so eine sarkastische Antwort zu hören. Aber halt, nachdem mir das dann nicht nur einmal sondern fast jeden Tag passiert, ist mir dann zum Glück auch mal aufgefallen, dass das ja gar nicht sarkastisch gemeint ist, sondern total ernst gemeint ist. Wenn man sich hie mit oder für jemanden freut, kann man gar getrost „Good for You“ sagen, ohne dass jemand das falsch auffassen könnte. Das sind also so die kleinen Dinge an die ich mich echt noch gewöhnen muss.

Naja soviel zu meinen kleineren täglichen Konflikten, kommen wir zum eigentlich Thema meines Beitrags, nämlich meiner Hauptbeschäftigung hier, der Arbeit. Heute stelle ich nur die erste Hälfte meiner Arbeit vor, der andere Teil über den Trift Shop folgt dann später.

Ich fange mal ganz allgemein an. Die Bethel Mennonite Church ist eine mennonitische Kirche, die mit MVS kooperiert, der Organisation die mein Auslandsjahr in Kanada in Kooperation mit EIRENE, der Organisation aus Deutschland, kooperiert. Somit sind wir, die Unit, also die 5 Freiwilligen aus unserem Haus, relativ eng mit dieser Kirche verbunden, da sie sozusagen Dreh- und Angelpunkt zwischen uns und den Verantwortlichen ist.

Generell ist diese Kirche anders als das, was man sich in Deutschland unter einer Kirche vorstellt. Hier mal ein Bild von außen.

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Relativ unscheinbar wie ich finde.

Die Kirche besucht man aber hier nicht nur für den sonntäglichen Gottesdienst, Beerdigungen und Hochzeiten sondern viel öfter, da sie, wie für uns Freiwillige, eine soziale Schnittstelle ist, an denen man andere Leute trifft und etlichen anderen Beschäftigungen nachgeht. Das spiegelt sich auch im architektonischen Aufbau dieses Gebäudes wieder. Ich versuche mal jetzt einen virtuellen Rundgang zu starten, damit nicht alles so verwirren aussieht.

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Der Eingang des holländisch anmutenden Gebäudes… Man Merkt dass die Kirchen hier aus anderen Jahrhunderten als die meisten bei uns stammen.

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Die Eingangshalle, das ist schonmal das erste, was mich überrascht hat. Dieser Raum mit Teppichboden (natürlich, wir sind ja in Nordamerika) ist ein großer Aufenthaltsraum, bei dem man bei einem Kaffee nach dem sonntäglichen Gottesdienst (oder allen andern Veranstaltungen) sich mit allerlei Leuten unterhalten  oder einfach nur ein paar Nachrichten im Wlan abchecken kann (Hallo, wir sind ja im 21. Jahrhundert?). Mir gefällt hier, ich finde es sehr gemütlich. Jetzt zu der „eigentlichen“ Kirche, der Sanctuary.

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Hier gibts nicht sehr viel zu Sagen, ich nehme mal der Sinn und Zweck dieses Raumes könnte allen bekannt sein. Der Raum ist sehr hell und offen, und die Bänke sind bequem, es kommt immer eine entspannte Atmosphere auf, weiß man mal die Lidtexte eines Kirchenliedes nicht, kein Problem, der Text wird ja auch per Beamer auf eine riesige Leinwand projiziert, spart dann dabei Papier, find ich gut.

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Noch befinden wir uns im Erdgeschoss, nach einem kleinen Blick in die Bibliothek, die für jeden offen steht gehen wir hoch nach D wie Dining Hall.

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Hier finden alle größeren Veranstaltungen, wie zum Beispiel das Thanksgiving-Essen statt. Ich betrete diesem Raum aber öfter, wenn er nicht bestuhlt ist, hier spiele ich nämlich mit den Kindern zahlreiche Spiele, sowie Hockey oder Fußball.

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Wer so viele Menschen bekochen will braucht natürlich auch eine dementsprechend große Küche. Oben haben wir jetzt außer dem Wickelraum auch alles gesehen gehen wir mal runter in den Keller, wo sich auch mein Büro befindet.

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Hier verbringe ich die meiste Zeit während meiner Arbeit. Der Keller ist mit Abstand der größte Bereich der Kirche. Neben mehreren Aufenthaltsräumen, Schulungsräumen für Englisch-Unterricht, Sanitären Einrichtungen und Chorraum gibt es noch ein weiteren „Tagungsraum“ plus Küche, den ich jeden zweiten Montag betrete wenn eine große Essenlieferung kommt die wir dann sortieren und an Menschen weitergeben, die diese Unterstützung gerne annehmen um sich selbst und ihre Familien ausreichend Ernähren zu können.

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Mein „Stundenplan“

Jetzt habt ihr also einiges über die Räume des Gebäudes erfahren, aber über das, was ich hier eigentlich mache noch nicht so wirklich viel. Ich Versuche mal Tag für Tag durchzugehen was ich hier mache. Im Allgemeinen bin ich für die Programme hier zuständig, die sich mit Kindern beschäftigen, diese Organisiere ich dann auch meistens alleine, habe aber später währen der Events noch einige andere Freiwillige Betreuer die mir helfen.

Montag

Vormittags: Thrift Shop

Mittags muss ich dann pünktlich hier in der Kirche sein um den Truck von Winnipeg Harvest zu entladen (Eine riesige Sammelstelle für Essen, dass sich schlecht verkauft oder Kurz vor dem Ablaufen ist, alle Nahrungsmittel dort sind aber zu 100% noch vor dem Ablaufdatum; bei dieser Organisation arbeiten zwei meiner Mitbewohner). Danach muss ich den Kaffeeempfang für die ca 50 Gäste vorbereiten, die am Ende die Nahrungsmittel von Winnipeg Harvest bekommen. Nach dem Kaffee wird dann das Essen ausgegeben wobei ich natürlich auch helfe. Das hört sich alles kürzer an als es ist, das kann ich euch versichern. Nachdem ich dann noch bei einer kleinen Gruppe nach der Essensausgabe geholfen habe, wird dann noch der Abwasch gemacht, und gegen 8 Uhr geht es dann auch nach Hause.

 

Dienstag

Hier startet meine eigentliche Arbeit mit den Kindern. Ich fange meistens am späten Vormittag an, da die Kinderprogramme ja abends erst losgehen und ich somit länger bleibe. An diesem Tag wird die ganze vor- und Nachbereitung für die Programme für die ich zuständig bin gemacht. Das ist viel organisatorischer Kram, mir gefällts aber, da ich sehr frei und selbständig, und somit effizient arbeiten kann. Abends ist dann für ca 90 Minuten der „Kids-Club“ für den ich vorher die Bastelarbeiten, spiele Snacks und Getränke vorbereitet habe. Es ist nicht immer mit knapp 30 Kindern, aber wir haben genug Betreuer und so hat es bis jetzt jedes Mal Spaß gemacht. Bei der Planung der Abende merkt man immer, das alles, aber auch wirklich alles länger dauert als gedacht, was nicht so schlimm ist, dann muss ich nicht so viel vorbereiten 😉 Am Ende spielen wir öfter ein Fang-Spiel, dass nicht nur den Kindern, sondern vor allem auch den Eltern Freude bereitet, da die Kinder danach meistens erschöpft vom Rennen früh schlafen WOLLEN. Eine     Win-Win-Situation also.

 

Mittwoch

Der Mittwoch beginnt ähnlich wie der Dienstag mit Vor- und Nachbereitung, ist aber deutlich voller als der Dienstag. Mittags geht es los mit dem Reading Program, bei dem einige Kinder der gegenüberliegenden Grundschule vorbeikommen und etwas vorgelesen bekommen, da diese noch nicht sehr gut im Lesen sind und einfach noch etwas Übung und Hilfe brauchen.

Nicht sehr viel später started das After-School-Program, das ist eine Art Betreuung, wo Kinder vorbeikommen und gehen können, wann sie möchten. Hier können sie dann Hausaufgaben machen, Brettspiele oder Tischtennis spielen und zusammen mit mir und einer anderen Betreuerin einen mehr oder weniger gesunden Snack vorbereiten und zu sich nehmen.

Abends ist dann noch der Sports-Club, wo wir in der Dining-Hall Hockey oder Fußball spielen. Hier kann ich natürlich einiges lernen, aber auch mal Zeigen wiese Fußball generell der bessere Sport als Hockey ist 😀

Donnerstag

Thrift Shop

Freitag

Thrift Shop

 

 

Über den Trift Shop berichte ich ein andere mal. Generell nimmt die Arbeit während der Woche relativ viel Zeit ein, sodass neben Fitnessstudio gar nicht mehr so viel Platz für anderen Aktivitäten ist, was aber nicht schlimm ist, da die Wochenenden alles andere als langweilig sind, dazu bald mehr !

 

So das wars dann mal wieder, bis Bald!

 

Stefan

 

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